
Was kann die Musica nicht alles: aufheitern, erlösen, beruhigen, beflügeln, aufhellen, ordnen, tanzen, schwingen, ermuntern, trösten, unterhalten, erziehen, öffnen. Kleinere Musikstücke in sehr subjektiver Auswahl sollen einmal pro Monat Appetit machen auf etwas Wunderbares aus der großen Welt der Töne. Vielleicht ebnet das Anhören sogar den Weg zum Komponisten und dessen Œuvre?
In den Werken für Klavier solo nimmt „Le Tombeau de Couperin“ eine Sonderstellung ein. Entstanden zwischen 1914 und 1917 – also mitten im Ersten Weltkrieg – ist diese Suite gefallenen Freunden gewidmet. Forlane, Stück Nr. 3, zum Beispiel dem Lieutenant Gabriel Deluc, einem baskischen Kunstmaler. Ravel besteht darauf, dass die Sätze des Stücks sich nicht nur auf den berühmten Komponisten François, sondern auf die französische Musik des 18. Jahrhunderts allgemein als Andenken beziehen.
Bestimmt ist dieses Stück dem im 16. Jahrhundert entstandenen Volkstanz aus dem Friaul bzw. Venedig verschwistert, auch der Einfluss von Kollegen wie Claude Debussy oder Eric Satie ist deutlich zu hören. Und doch gelingt Ravel damit etwas Neues und Eigenes: ein Tanz mit sanften elegischen Dissonanzen, und das in kunstvoller Schlichtheit.
Vorstellen möchte ich eine Aufnahme mit der bekannten französischen Pianistin Anne Queffélec, die 1992 mit dem Album Ravel auch diesen Tanz beeindruckend interpretiert hat.
https://www.youtube.com/watch?v=0ZuRzkOb4ow
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